Apfelsorten-Garten Richard Zorn

Unser Apfelsortengarten Richard Zorn

Richard Zorn (1860 – 1945) befasste sich mit der Apfelkunde, der Pomologie. In einem umfassenden Lexikon hat er mehr hals 1.000 Apfel- und Birnensorten gezeichnet und beschrieben. Er betrieb zunächst eine eigenen Obstbaumschule und später eigenen Tafelobstanbau. 1887 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Hofheimer Obst-und Gartenbauvereines.

In unserem Apfelsortengarten finden sich die verschiedensten Apfelsorten, vom Aderlseber Kalvill bis zum Zwiebelborsdorfer. 106 Plätze für Apfelbäume und 3 Speierlinge. 106 Apfelsorten aus der Fülle von Hunderten von Sorten, viele wurden eigens für unseren Sortengarten veredelt. Nur die Lokalsorte Ruhm von Kelsterbach ist mit 2 Bäumen vertreten, alle anderen Sorten stehen mit einem Baum dort.

 

Der Pomologe Richard Zorn 1940

Richard Zorn 1940. © Stadt Hofheim

Pflanzplan Sortengarten Diedenbergen

 

1. Reihe (Westen) 2. Reihe 3. Reihe 4. Reihe 5. Reihe 6. Reihe (Osten)
109Hilde
18Speierling36Roter Herbstcalvill54Krügers Dickstiel72Rote Schafsnase90Renette de France108Idared
17OsnabrückerRenette 2435Königlicher Kurzstiel53Muskat Renette71Cox Orange89Odenwalder Kurzstiel107Gloster
16London Pepping34UL9-10 Winterrambour52Kardinal Bea70Zabergäurenette88Welschisner106Elstar
15Doppelter Zwiebelapfel33Bittenfelder Purpur51Luxenburger Renette69Blaubacher Wädenswill87Stina Lohmann105Pilot
14 Champagner Renette 32York Imperial50UL9-9 Winterrambour68Roter Trierer Weinapfel86Heuchelheimer Schneeapfel104Aldinger Georg Cave
13Goldrenette von Blenheim31Neuzerling49UL9-8 Baumannnsrenette67Ananasrenette85Schweizer Orangenapfel103Mutzu
12Kloppenheimer Streifling30Adersleber Kalvill48Metzenrenette66Steinbacher Renette84JB UL9-7102Froms Renette
11Gewürzluiken29Maunzenapfel47Croncels65Speierling83Piros Sommerapfel101UL9-6 Baumannnsrenette
10Gelber Bellefleur28Grahams Jubiläum46Zuccalmaglio64Kaiser Alexander82Königin Apfel100Retina
9Jakob Lebel27Brauner Matapfel45Falsche Schafsnase63Roter Ausbacher81Horneburger Pfannkuchenapfel99Jacob Fischer
8Graue franz. Renette26Jonagold TYP rot44Lütticher Ananascalvill62kein Riesenboiken80Roter Hauptmann98Schneiderapfel
7Roter Herbstkalvill25Jakob Lebel43Anhalter61Schöner von Herrnhut79Hibernal97Ruhm aus Kelsterbach
6Jakob Lebel24Rhein. Schafsnase42Großer Borsdorfer60Gestreifteter Matapfel78Baumanns Renette96James Grieve
5Rheinischer Krummstiel23UL9-5 Unveredelt41UL9-3 Baumannsrenette59Jakob Lebel77Neupflanzung95Jonagold
4Gravensteiner22UL9-4 Unveredelt40Golden Delicius58Gelber Edelapfel76Neupflanzung94UL9-2 Baumannnsrenette
3Goldparmäne21Gelber Bellfleur39Schöner von Nordhausen57Brettacher75Weisser Klarapfel93Ingol
2Kaiser Alexander20Bismakapfel38Roter Berlepsch56Malus siversii74Hessische Tiefenblüte92UL9-1 Baumannsrenette
1Rheinischer Bohnapfel19Gewürzluiken37Erbachhofer Most55Roter James Grieve73Seestermühler Zitronenapfel91Hauxs

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Kulturgeschichte des Apfels

Biologie des Apfels

Eine Besonderheit des Apfels ist, dass die Blüte sich selbst unfruchtbar ist. Sie vermehren sich ausschließlich über Fremdbestäubung. Daher trägt der Apfelkern immer eine Neukombination der genetischen Informationen von Mutter und Vater. Durch die Aussaat dieser Kerne können Muttersorte oder Vatersorte nicht reproduziert werden. Die Natur be-nutzt den Vorteil der Fremdbestäubung, weil so fortlaufend eine große genetische Variabilität erzeugt wird. Dies ermöglicht ein breites Spektrum an Widerstandsfähigkeiten gegenüber Krankheiten, Schädlingen und Standortfaktoren.

Die Kunst des Veredelns

Die ersten Nachweise der Veredelungstechnik finden sich bereits 1.800 vor Christus in Mesopotamien. Von dort wurde die Technik von Persern und Griechen, später auch von den Römern nach Europa verbreitet.

Herkunft des Apfels

Der kasachische Genetiker Nikolai Vavilov hat nachgewiesen, dass die genetische Herkunft unserer Kulturapfelsorten im asiatischen Wildapfel (Malus sieversii) zu finden ist. Lange Zeit glaubte man dass unsere Apfelsorten vom heimischen Wildapfel (Malus silvestris) abstammen, dies ist jedoch genetisch nachweislich nicht der Fall.

Sorten im Wandel

Über die Jahrhunderte ja eigentlich schon Jahrtausende hat sich ein breites Sortenspektrum entwickelt. Natürlich hat jedes Zeitalter die Apfelsorten gezüchtet, die den jeweiligen zeitgemäßen Anforderungen entsprachen. So waren vor 200 Jahren lang haltbare Lageräpfel wichtig für die menschliche Nutzung. Dazu gehören z. B. Ananasrenette(1820) oder Winterrambur (ab 1700). Haltbarmachung war nur als vergorener Apfelwein oder Dörrobst möglich. Je mehr Säure desto besser der langfristige Geschmack. Erst die Erfindung der Weckgläser (1893 bekam Carl Weck das Patent) ermöglichte andere Formen der Haltbarmachung.
Heute dagegen sind alle an einen ständigen Zuckerkonsum gewöhnt und somit ist der Geschmack insgesamt mehr auf süße Sorten ausgerichtet (z. B. Gala 1934), Pink Lady 1973).
Auch die Farbe spielt heute eine große Rolle: rot kommt immer gut an!
Ausnahmen bestätigen die Regel: der giftgrüne Granny Smith (1868) ist ein Dauerbrenner.

Lage des Sortengarten

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